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Neuanfang am historischen Wettinhain

LuftbildReithalle St. GeorgDas heutige Schützenhaus wurde um die Jahrhundertwende als öffentliche Reithalle vom Reitverein St. Georg erbaut. Nach der Einstellung des Reitbetriebes in den 1920er Jahren diente es verschiedenen Eigentümern viele Jahre lang als Lagerhalle. Zu Beginn der 1950er Jahre wurde die Halle erneut umgebaut und diente in den Folgejahren zunächst als Hangar für den Segelflugbetrieb der Gesellschaft für Sport und Technik, später für die Agrarfliegerei. In dieser Zeit erhielt die Halle im vorderen Teil einen einstöckigen Anbau. 1990 wurde der Flugbetrieb eingestellt und die Flugzeuge verschrottet. Bis 1996 blieb das Gebäude leer. (links: Luftbild 2004)

Schon seit langer Zeit suchte unser Verein nach einem geeigneten Domizil, um zum sportlichen Schießen auch eine niveauvolle Wettkampfstätte zu bieten. Dass das Schießen in der Reithalle nur eine vorübergehende Lösung war und auch der Polizeikeller nicht den richtigen Platz bot, wußten die Mitglieder und auch die Stadt Burgstädt. (rechts Halle 1964 mit "FES Lehrmeister" und "Baby IIb")Fliegerhalle 1964

Die Immobilie der Fliegerhalle wurde dem Schützenverein von der Treuhand über die Stadt Burgstädt zur Erbpacht angeboten. Die Grundstücksgröße beträgt 2550 m³. Der Kaufpreis des nach jahrelangem Leerstand sanierungsbedürftigen Gebäudes betrug 1,-DM.
(links: Halle 1996)


halle 1996Aus einem Gutachten vom 27. August 1996 geht hervor, dass das Gebäude für die Einrichtung einer Schießstätte für Waffen jeder Art und jedes Kalibers geeignet ist. Die Schützen wurden eingeladen, sich zusammen das Gebäude anzuschauen, um eine Entscheidung treffen zu können. Die Beteiligung zur Besichtigung war hoch. Es dauerte nicht lange und man sah viele fleißige Vereinsmitglieder beim Ausräumen und Entrümpeln der ehemaligen Fliegerhalle, die zwischenzeitlich zum Abstellplatz für ausrangierte Industrienähmaschinen geworden war. Mit der Zustimmung des Gutachters zum Ausbau war jedem Vereinsmitglied klar, dass hier viele freiwillige Arbeitsstunden notwendig waren. (rechts: Einbau der Deckung)Kugelfang

Die Sanierungskosten von 360.000,-DM wurden aus Finanzbeiträgen der Mitglieder, Geld- und Sachspenden von Sponsoren, Eigenleistungen der Mitglieder von der Planung bis zum Innenausbau, sowie zwei 10järigen Anuitätendarlehn erbracht. Der Abtrag der Anuitäten ist durch die Verpachtung der Gastronomie sowie aus Gebüreneinnahmen der Schießstände gedeckt.

halle 2000 Die Planung für den Umbau des Gebäudes übernahm Vereinsmitglied Peter Ihle. Da die hölzerne Dachkonstruktion der Halle einem möglichen Feuerwaffenbeschuß nicht standhielt, entschied man sich, eine massive Zwischendecke aus Stahlbeton einzuziehen. Dazu wurden zunächst die Außenmauern der Halle verstärkt, um die Tragkraft erhöhen. Der Anbau erhielt ein Obergeschoss, in dem sich heute die Küche und die Veranda befinden. In das Untergeschoß das nunmehr zweistöckigen Gebäudes wurden zwei Polygone für die beiden Innenraumschießanlagen eingezogen. Es entstand zudem ein Raum für die Schießaufsicht sowie ein Werkstattraum. (Links: Halle nach Restaurierung 2002)

Im Obergeschoß wurden die LG-Stände, die Gaststube mit Küche und Wirtschaftsräumen, sanitäre Einrichtungen, sowie eine Veranda mit Panoramafenstern eingerichtet. Die hölzerne Dachbogenkonstruktion konnte in großen Teilen originalgetreu erhalten werden und sorgt heute für das rustikale Ambiente der Gaststube. Im Außenbereich wurde ein Nebengebäude zur Aufbewahrung der Biergartenausrüstung errichtet.

GaststubeIm Jahre 2000 feierte das neue Schützenhaus seine Einweihung. 2001 wurde mit Hilfe von Sponsoren der Biergarten um einen Ausschankpavillion erweitert. Die Bauarbeiten am Schützenhaus endeten im Jahre 2003 mit der Fertigstellung des Gewehrstandes. Da die Hallenlänge für eine 50m-Bahn zuzüglich Schützenbereich und Kugelfang nicht ausreichte, wurde ein Schießpolygon in Richtung des Taurasteinturmes verlängert. Es wurde je ein Zugang in den Anschlagbereich der Scheibenzuganlagen sowie in den hinteren Bereich des Kugelfanges realisiert.

KaminzimmerIm Jahre 2009 wurde in der bis dahin unbeheizten Veranda ein Kamin und Thermoverglasung eingebaut. 2010 erfolge die Sanierung der Heizungsanlage mit Einbindung des Luftgewehrstandes an die Zentralheizung.

04.10.2017: Unser Wirt Katze brachte uns einige Fotos aus den 50er und 60er Jahren. Zu sehen sind die Burgstädter Segelflieger auf dem Flugplatz am Wettinhain sowie in Chemnitz.

 

Fotos Sportfliegerei: